POLIZEIBEAMTE
Absicherung für den Polizeidienst.
Schichtdienst, körperlicher Einsatz und belastende Einsatzlagen stellen besondere Anforderungen an deine Absicherung. Entscheidend sind Heilfürsorge, Anwartschaft und eine echte DU-Klausel.
DER AUSGANGSPUNKT
Heilfürsorge verändert die ganze Rechnung.
Rund die Hälfte der Polizeibeamten in Deutschland bekommt während ihrer aktiven Dienstzeit freie Heilfürsorge. Ob das für dich gilt, hängt von Bundesland, Laufbahn und Dienstherrn ab. Der entscheidende Punkt: Deine Krankheitskosten werden dann vom Dienstherrn getragen. Eine private Krankenvollversicherung brauchst du in dieser Zeit nicht.
Genau deshalb wird das Thema häufig vertagt. Solange die Heilfürsorge leistet, scheint die spätere Krankenversicherung weit weg. Aber die Heilfürsorge endet in jedem Bundesland mit dem Eintritt in den Ruhestand. Danach greift die Beihilfe, in der Regel mit 70 %. Für den verbleibenden Teil brauchst du einen privaten Restkostentarif.
Wer bis dahin nichts vorbereitet hat, beantragt diesen Tarif zu den dann geltenden Bedingungen. Maßgeblich sind also das dann erreichte Alter und der dann vorhandene Gesundheitszustand. Nach einer langen Laufbahn mit Schichtdienst, körperlichem Einsatz und belastenden Einsatzlagen ist es keine gute Strategie, darauf zu hoffen, dass beides unverändert geblieben ist.
DAS PLANUNGSINSTRUMENT
Die Anwartschaft löst das Problem.
Eine Anwartschaft ist noch kein aktiver Restkostentarif. Sie reserviert dir aber wichtige Bedingungen für später. Wenn die Heilfürsorge endet, wird daraus der passende private Schutz, ohne dass du bei null anfängst. Dabei gibt es zwei Varianten, deren Unterschied nach einer langen Dienstzeit erheblich ist.
KLEINE ANWARTSCHAFT
Gesundheit gesichert.
Dein Gesundheitszustand wird beim Abschluss festgehalten. Bei der späteren Aktivierung gibt es keine neue Gesundheitsprüfung. Dein Eintrittsalter läuft jedoch weiter. Der Beitrag des Restkostentarifs richtet sich im Ruhestand nach dem Alter, das du dann erreicht hast.
GROSSE ANWARTSCHAFT
Gesundheit und Eintrittsalter gesichert.
Zusätzlich zum Gesundheitszustand wird dein ursprüngliches Eintrittsalter gesichert. Schon während der aktiven Dienstzeit entstehen Alterungsrückstellungen. Die laufende Anwartschaft kostet dadurch mehr, der spätere Restkostentarif startet aber auf einer anderen Grundlage.
Gregors klare Empfehlung: die große Anwartschaft.
Eine Polizeilaufbahn ist lang. Damit haben die Alterungsrückstellungen viele Jahre Zeit, ihre Wirkung aufzubauen. Und genau dann, wenn du den Restkostentarif wirklich brauchst, ist das Eintrittsalter das teuerste Einzelkriterium. Die kleine Anwartschaft schützt zwar deine Gesundheit, beim Beitrag wirst du aber wie ein Neueinsteiger in deinem dann erreichten Alter behandelt. Die große Anwartschaft bereitet beides vor.
DIENSTUNFÄHIGKEIT
Die ersten Dienstjahre sind die empfindlichsten.
Dienstunfähigkeit bedeutet am Anfang der Laufbahn nicht automatisch Pension. Ein Ruhegehaltsanspruch entsteht grundsätzlich erst nach erfüllter versorgungsrechtlicher Wartezeit von fünf Jahren nach § 4 Abs. 1 BeamtVG[•]. Wirst du vorher dienstunfähig, kann statt einer Versetzung in den Ruhestand die Entlassung folgen.
Danach wirst du in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert, als wärst du in dieser Zeit angestellt gewesen. Das ist kein Ruhegehalt und keine beamtenrechtliche Mindestversorgung. Es trifft vor allem Beamte auf Widerruf, Beamte auf Probe und junge Beamte auf Lebenszeit – also genau diejenigen, deren Einkommen und Rücklagen meist noch am wenigsten Spielraum lassen.
Eine private DU-Absicherung muss deshalb nicht nur den späteren Versorgungsfall ergänzen. Sie muss ausdrücklich auch die Phase abdecken, in der noch gar kein Versorgungsanspruch entstanden ist. Im Erstgespräch ist das einer der ersten Punkte, die Gregor prüft.
MINDESTVERSORGUNG
Dein Amt bestimmt nicht automatisch deine Absicherung.
Ist die Wartezeit erfüllt, gibt es bei früher Dienstunfähigkeit eine amtsunabhängige Mindestversorgung nach § 14 Abs. 4 BeamtVG[•]. Der Begriff klingt beruhigender, als die Systematik ist: Die Berechnung knüpft nicht an dein tatsächliches Amt oder dein aktives Einkommen an.
Maßstab ist vielmehr die Endstufe der Besoldungsgruppe A 4. Wer früh aus dem Dienst ausscheidet, landet damit nicht automatisch bei einem Anteil seines bisherigen Gehalts. Die persönliche Differenz zwischen Versorgung und laufendem Bedarf bleibt bei dir. Wie groß sie ist, hängt von Laufbahn, Dienstzeit, Familienstand und deinen festen Ausgaben ab – deshalb gehört sie individuell gerechnet und nicht mit einer pauschalen Zahl beworben.
BEDINGUNGSWERK
Echte DU-Klausel heißt: Der Versicherer folgt dem Dienstherrn.
Dein Dienstherr entscheidet, ob du dienstunfähig bist. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ohne echte Dienstunfähigkeitsklausel muss diese Entscheidung aber nicht übernehmen. Der Versicherer kann eigenständig prüfen, ob zusätzlich eine Berufsunfähigkeit nach seinen Vertragsbedingungen vorliegt – und zu einem anderen Ergebnis kommen.
Bei einer echten DU-Klausel folgt der Versicherer der Entscheidung des Dienstherrn. Genau diese Verbindung ist für Polizeibeamte entscheidend. Dazu kommen passende Regelungen für Teil-Dienstunfähigkeit, Nachversicherung bei Beförderung oder Familiengründung und eine Laufzeit, die nicht vor deinem tatsächlichen Absicherungsbedarf endet.
Kundenfall lesen: Polizistin wird teildienstunfähig →HÄUFIGE FRAGEN
Was Polizeibeamte uns am häufigsten fragen.
Ich habe Heilfürsorge – brauche ich überhaupt eine private Krankenversicherung?+
Während der aktiven Dienstzeit brauchst du mit freier Heilfürsorge in der Regel keine private Krankenvollversicherung. Du solltest aber den später benötigten privaten Restkostentarif vorbereiten. Dafür ist eine Anwartschaft da: Sie sichert dir den Zugang, wenn im Ruhestand die Heilfürsorge endet und die Beihilfe beginnt.
Was passiert mit meiner Heilfürsorge im Ruhestand?+
Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet die freie Heilfürsorge. Danach greift die Beihilfe, in der Regel mit 70 %, und den verbleibenden Teil sicherst du über einen privaten Restkostentarif ab. Ohne Anwartschaft wird dieser Tarif zu den dann geltenden Bedingungen abgeschlossen – mit deinem dann erreichten Alter und Gesundheitszustand.
Kleine oder große Anwartschaft – was ist für Polizeibeamte sinnvoll?+
Die kleine Anwartschaft friert deinen Gesundheitszustand ein, das Eintrittsalter läuft aber weiter. Die große Anwartschaft sichert zusätzlich das Eintrittsalter und bildet Alterungsrückstellungen. Gregor empfiehlt Polizeibeamten deshalb grundsätzlich die große Anwartschaft: Die lange Dienstzeit gibt den Rückstellungen Zeit, und beim späteren Start des Restkostentarifs zählt nicht das dann erreichte Alter wie bei einem Neueinstieg.
Was ist, wenn ich in den ersten Dienstjahren dienstunfähig werde?+
Vor erfüllter versorgungsrechtlicher Wartezeit entsteht grundsätzlich noch kein Ruhegehaltsanspruch. Statt einer Pension kann die Entlassung mit Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung folgen. Gerade Anwärter und junge Beamte brauchen deshalb eine private Lösung, die diese frühe Lücke ausdrücklich abdeckt.
Brauche ich als Polizist wirklich eine DU-Versicherung?+
Die staatliche Versorgung ersetzt dein aktives Einkommen nicht automatisch. In den ersten Dienstjahren kann der Ruhegehaltsanspruch ganz fehlen; später orientiert sich die amtsunabhängige Mindestversorgung nicht an deinem tatsächlichen Amt, sondern an der Endstufe der Besoldungsgruppe A 4. Eine passend bemessene DU-Versicherung schließt die persönliche Differenz.
Was kostet eine gute Absicherung für Polizeibeamte?+
Das hängt von deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand, deiner Heilfürsorge oder deinem Beihilfebemessungssatz und der gewünschten Absicherungshöhe ab. Eine seriöse Zahl bekommst du erst, wenn diese Punkte auf dem Tisch liegen – deshalb rechnen wir das im Erstgespräch individuell durch, statt hier eine Spanne zu nennen, die für dich womöglich gar nicht gilt.
Ich bin noch Anwärter – soll ich die Absicherung schon vorbereiten?+
Ja. Als Anwärter stehst du noch vor der versorgungsrechtlichen Wartezeit und dein heutiger Gesundheitszustand ist die Grundlage für Anwartschaft und DU-Absicherung. Deshalb ist es sinnvoll, beide Themen früh zu prüfen, statt erst nach einer Diagnose oder einem belastenden Einsatz damit anzufangen.
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Vertiefe die Regeln für Beamte, die Auswahl des späteren Restkostentarifs und deine persönliche Versorgungslücke.
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ZielgruppeBerufsunfähigkeit und echte DU-Klausel
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